RENZÜBERSCHREITENDES WEBINAR
Beschäftigung älterer Arbeitnehmer-innen in
der Großregion
Frankreich • Luxemburg • Belgien • Deutschland • Senior Activ' 2
Dieses Webinar ist Teil des Interreg-Projekts Senior Activ‘ 2, das vom Departement Moselle geleitet wird und Partner aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland rund um das Thema gutes Altern in der Großregion vereint. Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer ist einer der Schwerpunkte des Projekts.
Die Veranstaltung soll die Perspektiven institutioneller, wirtschaftlicher und fachlicher Akteure aus den verschiedenen Teilregionen rund um drei Leitfragen zusammenführen:
- Welche demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sind mit der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in der Großregion verbunden?
- Welche kulturellen, organisatorischen und politischen Hindernisse schränken den Verbleib
erfahrener Arbeitnehmer im Erwerbsleben ein? - Welche Handlungshebel öffentliche Politik, Personalpraktiken, Begleiteinrichtungen erlauben es, konkret darauf zu reagieren?
Das Webinar gliedert sich in zwei Sitzungen von je 1,5 Stunden, moderiert von Guy Keckhut, der den roten Faden zwischen den beiden Sitzungen sicherstellt.
SITZUNG 1 - Montag, 21. September 2026 - 13:30 bis 15:00 Uhr
"Ältere Arbeitnehmer und Beschäftigung in der Großregion: Kontext und Erfolgsbedingungen"
Diese erste Sitzung stellt die Diagnose und identifiziert die Hindernisse. Sie versammelt die Akteure, die Daten zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer auf verschiedenen Ebenen produzieren und analysieren, sowie jene, die mit den Realitäten vor Ort in Berührung stehen.
Eröffnung
Anne-Laure Beltrame – Departement Moselle
Nach der Einleitung von Guy Keckhut: Vorstellung des Projekts Senior Activ‘ 2, seiner Partner und
Ziele sowie Einordnung der Schwerpunkte des Webinars.
Referentinnen und Referenten
Marie Feunteun-Schmidt (OIE – Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle)
Zahlenbasierter und vergleichender Überblick über die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in den
einzelnen Teilregionen der Großregion. Grenzüberschreitende Unterschiede, aktuelle
Entwicklungen, europäische Einordnung. Besonderes Augenmerk auf die deutsche Besonderheit:
bessere Integration älterer Arbeitnehmer zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und politischem
Willen.
Nicolas Simons UEL – Union der Luxemburger Unternehmen
Vorstellung des Barometers zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer 2024: Luxemburg als
Lehrbeispiel, das OECD-Land, in dem Arbeitnehmer am frühesten aus dem Erwerbsleben
ausscheiden, trotz eines strategisch wachsenden Arbeitskräftebedarfs.
Ioana Pop – Fondation IDEA (Luxemburg)
Analytische und wirtschaftliche Einordnung der luxemburgischen Situation: demografische
Herausforderungen, Nachhaltigkeit des Sozialmodells, Auswirkungen der Alterung auf den
Arbeitsmarkt und die öffentlichen Finanzen. Die Fondation IDEA hat insbesondere an der nationalen
Strategie für die Kompetenzen älterer Arbeitnehmer und den Herausforderungen des
demografischen Wandels in Luxemburg gearbeitet. Ihre Positionierung als unabhängiger Think Tank
ergänzt den Ansatz der UEL.
Hubert de Launay – XpertZon (Frankreich)
Blick eines Recruitingpraktikers: Entschlusselung negativer Vorurteile und Vorstellungen auf
Arbeitgeberseite, Widerspruch zwischen dem Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und der
kulturellen Scheu gegenüber erfahrenen Profilen.
Dimitri Léonard – Arbeitsmarktexperte in der Generaldirektion Strategie des Forem, Doktor der Politik- und Sozialwissenschaften, Gastdozent an der Fakultät für Arbeitswissenschaften und assoziierter Forscher am Interdisziplinären Forschungszentrum für Arbeit, Staat und Gesellschaft (CIRTES, UCLouvain – Belgien)
Bernard von Asbrouck – Generalberater in der Generaldirektion Strategie des Forem, Doktor der Organisationspsychologie, Forscher am Forschungszentrum für Organisations- und Institutionspsychologie (CEREPOI, ULB) und Dozent am Zentrum für Erwachsenenbildung (Belgien)
Die Beschäftigung von Senioren in Wallonien: Rahmenbedingungen, institutionelle Perspektiven und demokratische Herausforderungen einer Kategorie des öffentlichen Handelns
Dr. Anne Otto – IAB Rheinland-Pfalz-Saarland (Deutschland)
Forscherin im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, spezialisiert auf die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland. Ihre Arbeit befasst sich insbesondere mit der Einstellung älterer Arbeitnehmer angesichts des demografischen Wandels, den regionalen Arbeitsmärkten und den Transformationen der Beschäftigung. Aufschlussreicher Gegenpunkt zu den deutschen Dynamiken: ältere Arbeitnehmer sind dort deutlich besser integriert als in Frankreich, Belgien oder Luxemburg, bedingt durch wirtschaftliche Notwendigkeit und politischen Willen. Welche Erkenntnisse können die anderen Teilregionen daraus ziehen?
Diskussion: „Diese kontrastreichen Realitäten zwischen den Teilregionen offenbaren
sehr unterschiedliche kulturelle, politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Ist der
frühzeitige Austritt aus dem Arbeitsmarkt ein Hindernis, das man wirklich überwinden kann –
und wenn ja, wo soll man beginnen?“
Abschlusswort
Abschlusswort von Annie Jolivet, Arbeitsökonomin am CNAM (Conservatoire national des arts et métiers), genauer gesagt am Zentrum für Beschäftigungs- und Arbeitsstudien sowie am Forschungszentrum für Arbeit und Entwicklung.
Annie Jolivet ist zudem assoziierte Forscherin am Ires (Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung für Gewerkschaftsorganisationen in Frankreich).
SITZUNG 2 - Montag, 26. Oktober 2026 - 13:30 bis 15:00 Uhr
"In die Praxis umsetzen: Beispiele, Ergebnisse und Perspektiven"
Diese zweite Sitzung ist entschlossen pragmatisch. Sie versammelt die Akteure, die konkrete
Maßnahmen umgesetzt haben (Unternehmen, öffentliche Arbeitsvermittlungsdienste, operative
Experten) und die teilen können, was wirklich funktioniert.
Guy Keckhut stellt den Zusammenhang mit Sitzung 1 her.
Einleitende Worte von Annie Jolivet , Arbeitsökonomin am CNAM (Conservatoire national des arts et métiers), genauer gesagt am Zentrum für Beschäftigungs- und Arbeitsstudien sowie am Forschungszentrum für Arbeit und Entwicklung.
Annie Jolivet ist zudem assoziierte Forscherin am Ires (Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung für Gewerkschaftsorganisationen in Frankreich).
Referentinnen und Referenten
Laetitia de Montgolfier – Personalchefin Gruppe, FM Logistic (Frankreich)
Zeugnis einer langfristig engagierten Personalchefin: konkrete Maßnahmen bei Lidl Frankreich
(Charta Acte 50+, Senioren-Gespräch ab 55 Jahren) und laufende Projekte bei FM Logistic, einem
internationalen Logistikkonzern mit Sitz in der Moselle.
Yves Baden – Personalchef, CFL (Luxemburg)
Praxisbericht über inklusive Personalmaßnahmen zugunsten älterer Arbeitnehmer in Luxemburg:
Anpassung von Arbeitsplätzen, Einstellung erfahrener Profile, generationenübergreifende
Wissensweitergabe.
Laurent Peusch – ADEM – Arbeitsverwaltung (Luxemburg)
Institutionelle Hebel in Luxemburg: bestehende Einstellungsbeihilfen, Aktivierungsmaßnahmen,
geplante Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Sichtbarkeit und Nutzung bei Arbeitgebern
Doris Sessolo – Schneider Electric (Belgien)
Wallonisches Zeugnis: konkret umgesetzte Personalmaßnahmen zugunsten älterer Arbeitnehmer,
erzielte Ergebnisse, intern überwundene Hindernisse
Nicolas Brizard – EURES
Institutionelle Hebel auf französischer Seite: Begleit- und Aktivierungsmaßnahmen für ältere
Arbeitnehmer, Artikulation mit der grenzüberschreitenden EURES-Dimension.
Pierre Degand – Sequoiaways (Belgien)
Hebel für ältere Arbeitnehmer im Übergang zum oder vom Ruhestand: Ist die Grenze zwischen
Arbeit und Ruhestand noch so undurchlässig? Erfahrungsberichte begleiteter Senioren und
Bedarfsanalyse.
Thomas Hector – EFFE Homecare (Belgien / Europa)
Der Pflegebereich als konkretes Beispiel: Arbeitskräftemangel, massive Rentenwellen, soziales
Anerkennungsdefizit. Beizubehalten, wenn der Ansatz ‚konkretes Sektorbeispiel‘ für Sitzung 2
beibehalten wird; andernfalls zu streichen, wenn das Thema zu weit vom roten Faden entfernt ist.
Diskussion: „Wo liegen die wirksamsten Hebel: bei institutionellen Einrichtungen oder bei
Unternehmenspraktiken? Und wie kann man sicherstellen, dass das, was in einem
Unternehmen oder einer Teilregion funktioniert, die anderen inspiriert?“